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Der lange Marsch der Schwäne

 

Der lange Marsch der Schwäne

11.05.2020 - Die Schwanenfamilie wandert vom Rautenstrauchkanal zum Aachener Weiher. Unterwegs kommt es zu Revierkämpfen und auch die Universitätsstraße muss überquert werden. Und dann brütet am Aachener Weiher schon seit einiger Zeit ein weiteres Schwanenpaar. Der Konflikt ist vorprogrammiert.

 

Am 5. Mai 2020 war es soweit: Die ersten Küken waren im Nest der Schwäne am Rautenstrauchkanal zu sehen. Tags darauf konnte die Familie dann bei ihren Ausflügen auf das Wasser beobachtet werden. Zahlreiche Zuschauer waren dabei. Diesmal schlüpften sechs graue Küken. Anders als in den Jahren zuvor ist diesmal kein Immutabilis-Schwan dabei.

 

Schwanenküken auf dem Weg zum Wasser

Schwanenmutter mit Küken

Schwanenküken

Schwanenküken beim Sonnenbad

 

Knapp eine Woche später am 11.5. startete die Schwanenfamilie ihren langen Fußmarsch zum Aachener Weiher. Dieses Ritual wiederholt sich nun schon seit Jahren. Was sie dazu antreibt darüber kann man nur mutmaßen. Vielleicht sind es die besseren Nahrungsbedingungen im Aachener Weiher (dort wächst ab Mai krauses Laichkraut) oder der Kanalabschnitt ist einfach zu klein, damit der Nachwuchs später fliegen lernen kann. Sobald die Jungschwäne flügge und vertrieben sind, kehrten die Schwaneneltern bisher immer wieder an den Rautenstrauchkanal zurück, wo sie den Winter verbringen und im Frühjahr brüten.

Anders als in den vergangenen Jahren erwartete die Schwanenfamilie auf ihrer Wanderung dieses Mal besondere Herausforderungen. Da war als erstes der Rivale im Nachbarabschnitt des Rautenstrauchkanals. Die beiden Schwäne hatten sich auf eine Art friedliche Koexistenz geeinigt, nachdem sich in den vorangegangen Revierkämpfen der Wintermonate keiner der Schwäne dauerhaft durchsetzen konnte.

 

Die nächste Herausforderung wartete im Clarenbachkanal. Dort hatte sich ein neues Schwanenpaar angesiedelt, das auf das Erscheinen der Wandergruppe mit Drohgebärden reagierte und schließlich den Kampf eröffnete. Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung der beiden Männchen. Aus dem rund 10-minütigen Kampf ging der Schwan vom Rautenstrauch als Sieger hervor. Der unterlegene Schwan konnte sich verletzt mit letzter Kraft ans Ufer flüchten.

 

Der Kampf ist eröffnet

Revierkampf

Revierkampf

 

Nach dem überstandenen Kampf setzte die Familie ihre Reise unverzüglich fort. Auf dem Programm stand dann die Überquerung der Universitätsstraße. Dank der begleitenden Passanten und der rücksichtsvollen Verkehrsteilnehmer klappte das problemlos.

 

Ausstieg am Clarenbachkanal

Schwanenfamilie auf dem Weg zur Universitätsstraße

 

 

Schwanenfamilie beim Wandern

 

Während die Schwäne den Winter am Rautenstrauchkanal verbrachten hat sich am Aachener Weiher ein neues Paar angesiedelt. Es brütete dort seit Mitte April. Für zwei Schwanenpaare ist der Weiher aber zu klein. So kam es zu täglichen Auseinandersetzungen zunächst nur zwischen den beiden Schwanenmännchen. Die Revierstreitigkeiten führten z.T. zu blutigen Verletzungen, endeten aber ohne klaren Sieger. Man konnte jedoch beobachten wie sich der Schwanenmann, dessen Weibchen neben der Brücke brütete, mehr und mehr zurückzog. Irgendwann traute er sich nicht mehr ins Wasser. Letzten Samstag war er dann plötzlich verschwunden.

 

Revierkampf am Aacher Weiher

 

Das verbliebene brütende Weibchen wurde dann in den letzten Tagen von beiden Schwaneneltern vom Nest vertrieben und durch den Weiher und an Land gejagt.

 

Revierkampf am Aacher Weiher

Revierkampf am Aacher Weiher

 

Das letzte Mal wurde sie am Donnerstag (21.5.) auf der Wiese am Unihang gesehen. Sie hat ihr Nest mit 5 Eiern aufgegeben. Wahrscheinlich ist sie abgeflogen.

Letztlich hat sich das Schwanenpaar vom Rautenstrauchkanal wie in den Jahren zuvor durchgesetzt.