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Die Schwäne im Mediapark

 

Die Schwäne im Mediapark

15.06.2020 - Seit über 20 Jahren lebte das Schwanenpaar im Mediapark. Ihn erkennt man gut an seiner durchtrennten Schwimmhaut am Fuß, eine alte Verletzung. Meistens hält er sein Paddel nach hinten raus und jagt leidenschaftlich gerne Kanadagänse. Sie wurde von einem Projektil einer Schusswaffe schwer verletzt. Dann ist auch noch das Gelege zerstört worden.

 

Das Schwanenpaar gehörte jahrelang zum festen Bestandteil des Mediapark. Den Schwanenmann erkennt man gut an der zerrissenen Schwimmhaut seines rechten Paddels, das er gerne entspannt nach hinten raus hält.

 

Mediapark-Schwan mit zerrissener Schwimmhaut

Mediapark-Schwan jagt Kanadgänse

 

Die Schwänin war seit längerer Zeit krank. Im vergangenen Sommer fiel auf, dass sie einen wackeligen Gang hatte und auch gelegentlich umkippte.

Sie wurde regelmäßig betreut von Weiherpaten und Ehrenamtlern. Das Team kümmert sich aufwändig um die Schwäne und alle anderen Wasservögel im Mediapark. Dabei haben sie nicht nur die Tiere im Blick, sondern holen auch regelmäßig Müll, E-Scooter und anderen Unrat aus dem Weiher.

Trotz regelmäßiger tierärztlicher Behandlungen und sogar Untersuchungen vor Ort verschlechterte sich der Zustand der Schwänin stetig. Anfang Mai 2020 konnte die Schwänin dann gar nicht mehr gehen.

 

Nestbereich der Mediapark-Schwänin

Die Mediapark-Schwänin auf dem Nest

 

Es folgten weitere Untersuchungen beim Tierarzt, die ergaben, dass ein Geschoss zwischen Halswirbelsäule und Luftröhre feststeckte. Wann genau auf die Schwänin geschossen wurde, ist nicht bekannt. Das Projektil und ein Splitter konnten operativ entfernt werden. Eine vorsorgliche Behandlung auch gegen die drohende Bleivergiftung und gegen Schwermetallbelastung schloss sich an. All das geschah während der Brutzeit.

 

 

Als sei das noch nicht genug, stahlen Unbekannte dann auch noch die Eier aus dem Nest der Schwänin. Die Reste fanden sich zerschlagen auf der nahen Brücke. Es wurde Strafanzeige erstattet.

Obwohl aus tierärztlicher Sicht alles gemacht worden ist, um der Schwänin zu helfen, hat sie sich nie wieder richtig erholt. Anfang Juni ist sie schließlich ihren Verletzungen erlegen. Die regionale und überregionale Presse berichtete ausführlich über den Fall.

 

Neben den Schwänen leben auch noch viele andere Wasservögel im Mediapark.

Stockenten-Hybrid mit 8 Küken

Stockenten-Hybrid Küken

Revierstreit zwischen Blesshuhn und Ente

Nilsgänse auf dem gemauerten Bogen

 

 

Stockenten, Blesshühner, Teichhühner und Nilgänse sind zu beobachten. Besonders präsent sind die Kanadagänse. Sie leben in einer großen Gruppe mit ca. 35 Altvögeln und gut einem duzend jungen Tieren im Mediapark. Sie ernähren sich eigentlich von Gras, doch im Mediapark wächst wegen der Tockenheit nichts mehr. Ihr bevorzugter Aufenthaltsbereich gleicht einem Acker.

 

Kanadagänse im Mediapark

Kanadagansküken im Abendlicht

Kanadagans mit Pigmentstörung

 

Deshalb zieht es die Gruppe zum Weiden auf den Mittelstreifen der vierspurigen Erftstraße, wo sich noch letzte Grashalme finden. Da ist es nicht verwunderlich, wenn die Gänse und besonders die unerfahrenen Jungen immer wieder Opfer von Fahrzeugen werden. So wie am 06. Juni, als es gleich drei von ihnen erwischte.